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Deckungsgrad

Was sagt der Deckungsgrad in der Buchhaltung aus?

Der Deckungsgrad ist eine wichtige Kennzahl in der Buchhaltung und Bilanzanalyse, die Aufschluss über die finanzielle Stabilität eines Unternehmens gibt. Es gibt verschiedene Arten von Deckungsgraden, wobei die wichtigsten der Deckungsgrad I und II sind:

Deckungsgrad I:

Deckungsgrad II:

  • Auch "erweiterte Fassung" oder "Silberne Bilanzregel" genannt
  • Berücksichtigt zusätzlich langfristiges Fremdkapital
  • Sollte über 100% liegen für eine gesicherte Finanzierung

Der Deckungsgrad gibt Aufschluss darüber, wie gut ein Unternehmen seine langfristigen Vermögenswerte durch langfristige Finanzierungsquellen deckt. Ein höherer Deckungsgrad deutet auf eine stabilere Finanzstruktur hin. Die Kennzahl hilft bei der Beurteilung der finanziellen Stabilität, Kreditwürdigkeit und Risikosituation eines Unternehmens. Sie ist Teil der Bilanzanalyse und wird oft von Investoren, Kreditgebern und Analysten herangezogen. Allerdings sollte der Deckungsgrad immer im Kontext der Branche und des Geschäftsmodells betrachtet werden, da optimale Werte je nach Unternehmen variieren können.

Wie berechnet man den Deckungsgrad?

In der Buchhaltung gibt es zwei wichtige Deckungsgrade, die häufig berechnet werden:

Deckungsgrad I (auch Anlagendeckungsgrad I genannt):

Formel: (Eigenkapital / Anlagevermögen) x 100

Dieser Deckungsgrad zeigt, zu welchem Prozentsatz das Anlagevermögen durch Eigenkapital finanziert ist. Ein Richtwert liegt zwischen 70 und 100%.

Deckungsgrad II (auch Anlagendeckungsgrad II genannt):

Formel: (Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) / Anlagevermögen x 100

Dieser erweiterte Deckungsgrad berücksichtigt zusätzlich zum Eigenkapital auch das langfristige Fremdkapital. Er sollte idealerweise über 100% liegen. Um diese Kennzahlen zu berechnen, benötigt man folgende Informationen aus der Bilanz:

  • Eigenkapital (Passivseite)
  • Langfristiges Fremdkapital (Passivseite)
  • Anlagevermögen (Aktivseite)

Das Ergebnis wird in Prozent ausgedrückt und gibt Aufschluss über die finanzielle Stabilität des Unternehmens, insbesondere hinsichtlich der Finanzierung des Anlagevermögens. Diese Kennzahlen sind wichtige Indikatoren für die Kreditwürdigkeit und finanzielle Gesundheit eines Unternehmens. Sie werden oft von Investoren, Kreditgebern und Analysten zur Bewertung der Unternehmensfinanzierung herangezogen.

Was sind die häufigsten Fehler bei der Berechnung des Deckungsgrades

Bei der Berechnung des Deckungsgrades können einige häufige Fehler auftreten:

  • Verwechslung der Deckungsgrade
  • Falsche Zuordnung von Bilanzpositionen
  • Unvollständige Erfassung relevanter Positionen
  • Fehlerhafte Rundungen
  • Nichtbeachtung von Sonderposten
  • Falsche Interpretation der Ergebnisse
  • Nichtberücksichtigung branchenspezifischer Besonderheiten
  • Vernachlässigung des Zeitvergleichs
  • Fehler bei der Prozentberechnung
  • Unzureichende Datengrundlage

Um diese Fehler zu vermeiden, ist es wichtig, die Formeln genau zu kennen, sorgfältig mit den Bilanzdaten umzugehen und die Ergebnisse im Kontext zu interpretieren.

(0 79 57) 4 11 05 24 | info@buchhaltung.de
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